Geschichte der Schule

„Glückauf“

„Alles kommt vom Bergwerk her“, war seit Jahrhunderten ein geflügeltes Wort im Erzgebirge. Es bringt in wenigen Worten zum Ausdruck, was heute fast vergessen ist, nämlich, dass nirgendwo sonst auf der Welt eine Region so unvorstellbar umfassend, nachhaltig und über beinahe eintausend Jahre durch den Bergbau geprägt wurde – Landschaft, Handwerk, Industrie, Volkskunst, Bildung …, auch die Sprache!
Diese Bergmannssprache, eigentlich eine alte berufsspezifische Fachsprache, bündelt wie ein Brennglas solche Traditionen und fand auch vielerlei  Eingang in das Alltagsleben.
Markantes Beispiel ist der Gruß „Glückauf“.

Vor Jahrhunderten im sächsischen Erzgebirge entstanden, ursprünglich im Sinne von „komm gut aus der Finsternis eines Berges wieder herauf“ bzw. „Glück tu dich auf“ gebraucht, wurde er weithin übliche Grußformel und ist dies zum Teil noch heute.
„Glückauf“ als Name, „Glückauf“ als Gruß ist also stetige Erinnerung an ein großes, an ein einmaliges Erbe.
„Glückauf“ enthält ein Stückchen Heimatliebe, Achtung vor den Leistungen der Vorfahren und auch Schulverbundenheit – denn seit 1949 trägt unsere Schule diesen Namen.

Vielfältigen Anfechtungen zum Trotz wurde er erhalten.
Wer solches Erbe gering schätzt, gibt leichtfertig ein hohes Gut preis.
Er macht sich selbst geschichts-, heimat- und orientierungslos.

Also dann „Glückauf“

Dr. Frank Heyne

Oktober 2009

erste zeichnerische Darstellung des Schulwappens


Kurze Geschichte der Schule

(übernommen von www.gagym.de/Historisches/)

In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts kam es im Altenberger Zinnbergbau zu einer schweren Krise, die Produktionskosten waren viel zu hoch, um auf dem Weltmarkt konkurrieren zu können. Die Einwohnerzahl der Bergstadt schrumpfte dramatisch. Viele Menschen mussten zwangsläufig anderswo Arbeit suchen Alternativen, andere Fundamente für wirtschaftlichen Neubeginn waren gefragt. In dieser Situation plante ein Kreis Altenberger Bürger die Ansiedlung einer höheren Schule.
Von der Stadtverwaltung unterstützt gründeten der Altenberger Postverwalter Reichel und Diakon Paul Haucke, ein gebürtiger Dippoldiswalder, 1889 das „Vorbereitungsinstitut für Postgehilfen zu Altenberg/Erzg.“
Am 2. Januar 1890 wurde es eröffnet. Personalbestand: 8 Schüler und 1 Lehrer, Direktor war Paul Haucke.
Schon bald wurden neben Postbeamten auch Eisenbahnbeamte ausgebildet, die Schule der Bezirksschulinspektion Dippoldiswalde unterstellt, sie hieß dann „Vorschule für Eisenbahn- und andere Bureaubeamte“.
Ein komplizierter Weg führte letztlich von einer Privatschule spezieller Ausrichtung zur allgemeinbildenden Schule in öffentlicher Trägerschaft.
Als Paul Haucke 1934, 75 Jahre alt, seine Direktorentätigkeit beendete, trug die Schule den Namen „Höhere Grenzlandschule“ und befand sich in Trägerschaft der Stadt Altenberg, der Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde, des Vereins der Freunde und Förderer dieser Schule (!) und der Altenberger Landsmannschaft, einer Vereinigung ehemaliger Schüler(!).
1938 war sie dann eine achtstufige öffentliche Schule mit einem sprachlichen und einem naturwissenschaftlichen Zweig, die Schülerzahl lag bei 225.
Nach der Zerstörung Altenbergs Anfang Mai 1945, der auch das Schulgebäude zum Opfer fiel, und dem Zusammenbruch des 3. Reiches mühten sich noch im selben Monat engagierte Menschen um einen Neubeginn. Bereits am 23. Juli wurde nun in den Räumen des ehemaligen Amtsgerichts Altenberg untergebracht die Schule als eine der ersten Oberschulen Sachsens neu eröffnet.
Jahre des Umbaus folgten; am 17. September 1949 erhielt sie den Namen Oberschule „Glückauf“ Altenberg. 1959 wurden die damaligen Oberschulen in „Erweiterte Oberschule“ (EOS) umbenannt.
Am 4. Juli 1972 fassten die Leitungsgremien des Bezirkes Dresden und des Kreises Dippoldiswalde den Beschluss, in Altenberg eine Kinder- und Jugendsportschule (KJS) zu gründen, verbunden mit dem Umzug der EOS „Glückauf“ nach Dippoldiswalde, dieser erfolgte dann 1977; ein Neubau war in der Zwischenzeit errichtet worden.
Die bisherigen Räumlichkeiten in Altenberg belegte nun die KJS „Richard Sorge“.
Ab 1983 entfielen die Klassenstufen 9 und 10 an den Erweiterten Oberschulen. Die Schülerzahl der EOS „Glückauf“ Dippoldiswalde wurde dadurch so gering, dass man sie organisatorisch als „Schulteil“ der örtlichen Polytechnischen Oberschule angliederte, eine Maßnahme, die unmittelbar nach der Wende von 1989 wieder entfiel.
Seit 1992 gibt es in Sachsen erneut Gymnasien, aus der EOS „Glückauf“ Dippoldiswalde wurde das „Glückauf-Gymnasium“; dies war nicht nur eine Namensänderung, sondern mit vielen Wandlungen verbunden. Betrug die Schülerzahl 1990 ca. 80, bewarben sich 1992 ca. 1500 Schüler aus dem Kreis Dippoldiswalde für die gymnasiale Ausbildung. Diese Interessentenzahl war so hoch, dass zwei Gymnasien notwendig wurden. In Altenberg hatte sich die KJS aufgelöst und auch hier entstand ein Gymnasium, das in Rückbesinnung auf historische Wurzeln seit 1994 den Namen Bergstadtgymnasium „Glück auf“ trug.
Der Rückgang der Schülerzahlen hat 2004 beide Gymnasien zusammengeführt. Dadurch wird im oberen Kreisgebiet des [ehemaligen] Weißeritzkreises weiterhin eine anspruchsvolle und wohnortnahe gymnasiale Ausbildung möglich sein, ein wichtiger Erfolg für unsere Region.

Quellen (für alle Seiten der Schulgeschichte):

  • Material aus den Archiven der Schule
  • Festschrift zur 75-Jahr-Feier der Erweiterten Oberschule „Glückauf“ Altenberg/Erzgebirge 1964,
    Autor Willi Rochlitzer*
  • Festschrift zum 100-jährigen Schuljubiläum 1989
    Autor Dr. Uta Bormann* mit Pädagogenkollektiv
  • Bilder u. a. von Arthur Kamprath*, Christian Rochlitzer* und von alten Postkarten

* ehemalige Lehrer der Schule

 

 

Helfer und Zeitzeugen gesucht:

Die Arbeitsgruppe Schulgeschichte des Fördervereins ist dabei, die Geschichte unserer Schule noch breiter und tiefgründiger zu untersuchen und darzustellen.
Deshalb sind wir an zusätzlichen Informationen interessiert und bitten um Mithilfe:
Wer kann weitere Details berichten? Wer ist Zeitzeuge oder kennt solche, die wichtige Details oder interessante Anekdoten aus der Geschichte beisteuern können?
Wer hat weitere oder bessere Bilder?
Besonders trifft das für die Zeit von 1933 bis 1945 und für die KJS zu.
Bitte wenden Sie sich an unseren Förderverein oder an geschichte@fv-gagym.de!
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!